Alvin Lucier @ klub katarakt 2009

Wir betrauern den Tod von Alvin Lucier.

Alvin war Composer in residence bei klub katarakt 2009 (unserem ersten Mal auf Kampnagel).
Er war eine Woche in Hamburg und arbeitete mit dem Nelly Boyd Ensemble und Gästen für mehrere Konzerte mit seiner Instrumentalmusik. Alvin trat auch selbst auf und präsentierte “I am sitting in a room” und “Bird and Person Dyning”. Außerdem gab es während des gesamten Festivals eine Installation von “Music on a long thin wire”.

Seine Musik war auch danach auf vielen Festivals präsent und wird es auch bleiben.

Robert Engelbrecht und Jan Feddersen

klubkatarakt17
Internationales Festival für experimentelle Musik
19. – 22. Januar 2022
Kampnagel, Hamburg

klubkatarakt 17

klubkatarakt17

Mittwoch, 19. Januar 2022
20:00 Eröffnung
mit Lange//Berweck//Lorenz und Nelly Boyd/Robert Engelbrecht

Den Festivalauftakt macht das Berliner Trio Lange//Berweck//Lorenz. Das 2014 gegründete Kollektiv verfolgt in seinen Projekten die Realisierung elektronischer Partituren, die Restaurierung und (Wieder-) Aufführung elektronischer Werke aus der Vergangenheit sowie die kollaborative Arbeit an neuen Stücken mit Komponist*innen der Gegenwart. Mit ihrem Labor aus analogen und digitalen Synthesizern sowie weiteren Maschinen spielen die drei Musiker*innen neue, speziell für das Trio geschriebene Werke von Kirsten Reese, Midori Hirano und Bernhard Lang.

Das Hamburger Ensemble und Komponist*innenkollektiv Nelly Boyd präsentiert ein Stück von Robert Engelbrecht. Die Komposition ist geschrieben für sechs Instrumentalist*innen mit sechs separaten Zuspielungen elektronischer Klänge. Nelly Boyd wurde 2004 gegründet und ist spezialisiert auf experimentelle und minimalistische Musik. Das Ensemble arbeitete mit Komponist*innen wie Phill Niblock, Alvin Lucier, Lois V Vierk, Christian Wolff und Rhys Chatham zusammen.

Donnerstag, 20. Januar 2022
18:00 Lecture Klaus Lang
19:30 Klaus Lang Porträt 1
21:00 Klaus Lang Porträt 2
mit Klaus Lang, Trio Amos und Tamriko Kordzaia

Bereits 2021 sollte Klaus Lang Composer in Residence bei klubkatarakt sein, was wegen der Pandemie leider nicht möglich war. Wir freuen uns, dass wir dies 2022 nachholen können.

Der österreichische Komponist wurde 1971 in Graz geboren. Musik ist für Lang ein freies, für sich stehendes akustisches Objekt. In seinen Arbeiten wird Klang nicht benutzt, sondern vielmehr hörend erforscht, und „ihm wird die Möglichkeit gegeben, seine ihm innewohnende reiche Schönheit zu entfalten“ (Lang).

Nach einer Lecture zu seiner kompositorischen Arbeit wird Lang in einem Konzert mit dem österreichischen Trio Amos und der Pianistin Tamriko Kordzaia verschiedene Werke aus der langjährigen Zusammenarbeit mit den Musiker*innen vorstellen und auch selbst am Harmonium zu hören sein. In das Porträtkonzert wird die Uraufführung einer neuen, von klubkatarakt in Auftrag gegebenen, Komposition eingebettet sein.

Das Trio Amos besteht aus den Musiker*innen Sylvie Lacroix (Flöte), Michael Moser (Violoncello) und Krassimir Sterev (Akkordeon).

Freitag, 21. Januar 2022
19:30 Gustavo Costa
20:30 The Interstring Project – inter/face
22:00 Julia Eckhardt

Der portugiesische Perkussionist Gustavo Costa eröffnet den 3. Festivaltag. Als Schlagzeuger, Instrumentenbauer, Lehrer und Gründer des Kollektivs Sonoscopia in Porto ist er ein wichtiger Impulsgeber der zeitgenössischen Musik und Klangkunst in Portugal. Bei klubkatarakt wird er sein erstes Solo-Album Entropies and Mimetic Patterns zum ersten Mal in Hamburg vorstellen.

Das zentrale Konzert des Abends spielt The Interstring Project, ein fünfköpfiges Ensemble, dessen Mitglieder akustische und elektrische Gitarren mit Objekten, Präparationen, Effektgeräten und Live-Elektronik kombinieren. In seinem neuen multimedialen Konzert inter/face reflektiert das Ensemble über das Interface als technisches und philosophisches Konzept: die Suche nach der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer, Interpret*in und Komponist*in, Künstler*in und Publikum. Aufgeführt werden Werke von Hunjoo Jung, Sarah Nemtsov und Francisco Uberto, begleitet von und erweitert durch ein Licht-Konzept des deutschen Künstlers Cornelius Reitmayr.

Im Nachtkonzert tritt Julia Eckhardt auf. Sie ist Musikerin und Organisatorin im Bereich Klangkunst und arbeitet an der Schnittstelle zwischen komponierter und improvisierter Musik. Sie ist Gründungsmitglied und künstlerische Co-Direktorin des Q-O2 Workspace in Brüssel, für den sie verschiedene Forschungsprojekte konzipiert hat. Als Performerin hat sie mit zahlreichen Künstler*innen zusammengearbeitet, unter anderem mit Éliane Radigue, Phill Niblock, Pauline Oliveros und Jennifer Walshe. Sie hält Vorträge zu Themen wie Klang, Geschlecht und öffentlicher Raum. Eckhardt wird eine Soloperformance für Viola und Zuspielung präsentieren.

Samstag, 22. Januar 2022
20:00 Lange Nacht
mit Lucrecia Dalt, Valentina Magaletti, Emol, Andrea Belfi, Nelly Boyd/Jan Feddersen
01:00 JONH & THCB

Die Lange Nacht zum Abschluss des Festivals präsentiert fünf kürzere Einzelkonzerte.

Die in Berlin lebende kolumbianische Musikerin Lucrecia Dalt verbindet in ihrer Arbeit die zwei Welten der Avantgarde und der zeitgenössischen elektronischen Musik. Dalt präsentiert ihr neues Album No era sólida (VÖ September 2020) sowie weitere Stücke.

Valentina Magaletti ist eine italienische Schlagzeugerin und Komponistin aus London, die ihre folkloristische und eklektische Palette durch Hören und Experimentieren mit neuen Materialien und Klängen strategisch bereichert. Ihre Arbeiten reichen von Jazz-Ansätzen bis zu Drone- und Field-Recordings und experimentellen/Avantgarde-Produktionen.

Der in Berlin lebende italienische Schlagzeuger Andrea Belfi ist bekannt für seine energie-geladenen Auftritte. Sein neues Album Ore, das er bei klubkatarakt vorstellen wird, stellt das Schlagzeug ins Zentrum eines tiefgehenden, hypnotischen Hörerlebnisses, in dem sich Rhythmus mit elektronischen Texturen verbindet.

Luka Lenzin alias Emol lebt mit Musik und Illustration in Hamburg. Lenzin ist Mitglied der Bands plastiq und TWISK und Teil des Kollektivs ZOLLO. In Kombination von Stimme und Elektronik erschafft Emol eine sehr persönliche, intime Klangwelt zwischen Experiment und Pop, in der Synthesizer, Geräusche und Stimme die Sprachinformation modulieren.

Das Hamburger Ensemble Nelly Boyd spielt eine räumliche Komposition von Jan Feddersen für zwei Stimmen, vier E-Gitarren und Zuspielung.

Den Festivalausklang gestalten gemeinsam JONH (Berlin) & THCB (Hamburg).


klubkatarakt17
Internationales Festival für experimentelle Musik
Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Mittwoch, 19. Januar

20:00 Eröffnung mit Lange//Berweck//Lorenz und Nelly Boyd
  Werke von Kirsten Reese, Midori Hirano, Bernhard Lang, Robert Engelbrecht

Donnerstag, 20. Januar

18:00 Präsentation Klaus Lang
19:30 Klaus Lang Porträt 1
21:00 Klaus Lang Porträt 2
  mit Trio Amos & Tamriko Kordzaia

Freitag, 21. Januar

19:30 Gustavo Costa
20:30 The Interstring Project – inter/face
  Kompositionen von Hunjoo Jung, Sarah Nemtsov & Francisco Uberto
22:00 Julia Eckhardt

Samstag, 22. Januar

20:00 Lange Nacht mit Lucrecia Dalt, Valentina Magaletti,
  Emol, Andrea Belfi, Nelly Boyd/Jan Feddersen
01:00 JONH & THCB