Wir danken allen Komponist*innen, Musiker*innen, unserem tollen Team, allen Förder*innen und Helfer*innen, die klub katarakt 15 ermöglicht haben.

Ein besonderer Dank geht an Ellen Arkbro, unserer diesjährigen Composer-in-Residence, die das Festival mit einer Uraufführung und einem Solokonzert bereichert hat.
Wir danken außerdem dem Ensemble Zinc & Copper (Robin Hayward, Hilary Jeffery & Elena Margarita Kakaliagou), dem Splitter Orchester und The Pitch (zuviele, um sie hier einzeln aufzuführen – pardon!), dem Streichquartett Lisa Lammel, Desheng Chen, Lucas Schwengebecher & Michael Heupel und allen Beteiligten der Eröffnung und der Langen Nacht.

Hier die Fotogalerie unseres Festivalfotografen Jann Wilken

klubkatarakt15
Internationales Festival für experimentelle Musik
15. – 18. Januar 2020
Kampnagel, Hamburg

klub katarakt 15

Festivalüberblick

Eröffnung
Mittwoch, 15. Januar 2020
20:00 Passage – Konzertinstallation für ein flanierendes Publikum in drei Hallen

In den Eröffnungskonzerten erforscht klubkatarakt neue Formen der Präsentation experimenteller Musik, in denen die Erfahrungen mit kollektivem und selbstverantwortlichem Musizieren in großen Gruppen weiter entwickelt werden. Für diese Konzertinstallationen sind alle drei Festival-Hallen auf Kampnagel geöffnet und das Publikum kann sich frei durch eine sich ständig wandelnde Klang- und Bildinstallation bewegen.
Dabei haben alle Besucher*innen ein anderes, also einzigartiges Erlebnis. Sie durchlaufen unterschiedliche Prozesse der Wahrnehmung, des Hörens und Sehens. Musik und Visuelles erschließen für die einzelnen Flanierenden völlig unterschiedliche imaginäre, musikalische und audiovisuelle Räume.
Die Passage, der Moment des Übergangs, des Übersetzens, das Passieren an sich ist das Thema. Zur Passage aber gehört das Flanieren, das Beobachten, das Reflektieren und das Heraustreten aus der eigenen Zeit. Nicht Ziellosigkeit ist hier das Ziel, sondern vielmehr Offenheit, Aufmerksamkeit und Neugier.
Das Flanieren wird auch mit „müßiger Bewegung in belebter Umgebung“ gleichgesetzt. Also eine Verlangsamung, ein Wiederzurückholen der eigenen Zeit und des eigenen Tempos – aber in Gesellschaft!

klubkatarakt präsentiert diese Installation mit vielen Hamburger Musiker*innen, Komponist*innen und Künstler*innen, u. a. den elektronischen Musiker*innen Nika Son, F#X und Thomas Leboeg, Instrumentalist*innen wie den Violinist*innen Lisa Lammel und Desheng Chen, die zusammen mit Lucas Schwengebecher (Viola) und Michael Heupel (Cello) ein Quartett bilden, den Schlagzeuger*innen Jonathan Shapiro, André Wittmann und Fiona McKenzie, der Pianistin Daria Iossifova, Sängerin und Violaspielerin Marcia Lemke-Kern und dem Bassisten John Hughes sowie dem Ensemble Nelly Boyd und dem Harvestehuder Kammerchor unter Leitung von Edzard Burchards. Die Videokünstlerin Josephin Böttger entwickelt für diesen Abend eine Videoinstallation für drei Hallen.

Ellen Arkbro
Donnerstag, 16. Januar 2020
18:00 Präsentation Ellen Arkbro
20:00 Porträtkonzert Ellen Arkbro w/ Zinc & Copper
21:30 Ellen Arkbro solo: CHORDS for guitar

Am zweiten Festivaltag präsentieren wir die schwedische Komponistin Ellen Arkbro in zwei Konzerten.
Ellen Arkbro (geb. 1990) steht für eine junge Generation von Musiker*innen, die sich mit Minimalismus und Obertonverhältnissen auseinandersetzen. Ihre Musik arbeitet mit harmonischen Intervallen in reiner Stimmung und führt so die Arbeit ihrer Lehrer La Monte Young und Marian Zazeela sowie Marc Sabat weiter. Dabei erforscht sie auch historische Stimmungen wie die Mitteltönigkeit. Ihr Werk umfasst Kompositionen langer Dauer sowie konstante Klanginstallationen, wobei sie sowohl traditionelle akustische Instrumente als auch algorithmische Klangsynthese nutzt. Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit sind Solostücke für elektrische Gitarre mit Computer.

klubkatarakt hat bei Arkbro ein neues Werk für Blechblasinstrumente in Auftrag gegeben, das sie gemeinsam mit dem Berliner Ensemble Zinc & Copper zur Uraufführung bringen wird. Außerdem werden noch zwei weitere Stücke von ihr zu hören sein.

Zinc & Copper wurde 2005 von Robin Hayward gegründet. Die Formation von Horn, Posaune und Tuba bildet die Basis für ein variables Ensemble von Blechbläsern, das sich durch innovative Forschung und Pionierleistungen auszeichnet, u. a. im Bereich der Mikrotonalität.

Im Nachtkonzert wird Arkbro solo mit elektrischer Gitarre und Computer auftreten. Zu Beginn des Abends wird sie in einem Podiumsgespräch Auskunft über ihre Musik geben.

Kalt
Freitag, 17. Januar 2020
20:00 Splitter Orchester & The Pitch: Frozen Orchestra
21:30 Morton Feldman: Piano and String Quartet (1985)

Das Splitter Orchester ist ein Kollektiv von bis zu 24 international renommierten Musiker*innen, Improvisator*innen, Komponist*innen und Performer*innen. Die Basis des Orchesters ist Berlin, seine Mitglieder kommen aus zehn verschiedenen Nationen. Das Orchester ist kein homogener Klangkörper. Es besteht aus den unterschiedlichsten autonomen und hochspezialisierten Künstler*innen, die sich entschieden haben, nicht in einem institutionellen Rahmen zu arbeiten, sondern bestehende Hierarchien der etablierten Musikwelt in Frage zu stellen. Die Arbeit der Gruppe ist prozessorientiert, experimentell und antihierarchisch. Es gibt keine Führungsrollen, jede Musiker*in arbeitet gleichberechtigt am gemeinsamen Klangergebnis mit.

In Kollaboration mit dem Quartett The Pitch entstand die konzertfüllende Komposition Frozen Orchestra. Die beiden Ensembles erzeugen zusammen eine mächtige Soundwand, die sich ganz langsam, aber unaufhörlich verändert. Immer neue Klangfelder wachsen aus dem Kontinuum. Im vielfarbigen Sound des Splitter Orchesters mit seinen akustischen Instrumenten und elektronischen Klangerzeugern bekommen die planaren Drones eine irisierende Tiefe, in die das Publikum eintauchen kann.

Im Nachtkonzert präsentiert klubkatarakt die Hamburger Erstaufführung von Morton Feldmans später ca. 90-minütiger Komposition Piano and String Quartet von 1985, die der Komponist für die Pianistin Aki Takahashi und das Kronos Quartet geschrieben hat.

Feldmans Spätwerk zeichnet sich nicht allein durch die teilweise extreme Länge der einzelnen Kompositionen aus, vielmehr geht es in vielen dieser Werke um eine Art musikalischer Dokumentation der Auflösung. Auflösung der Zeit, Auflösung der Grenzen zwischen Komposition, Intuition und Improvisation. Ein Stück, das weit in die Zukunft weist.

Eigens für die Aufführung dieses besonderen Nachtkonzerts formierte sich ein Ensemble mit Hamburger Musiker*innen: ein Streichquartett bestehend aus Lisa Lammel und Desheng Chen (Violine), Lucas Schwengebecher (Viola) und Michael Heupel (Violoncello) sowie Jan Frederik Feddersen am Klavier.

Lange Nacht
Samstag, 18. Januar 2020
20:00 Neue Kompositionen und Experimentalfilme des Netzwerks katarakt
00:00 Halma
01:00 Sutsche #5

In der LANGEN NACHT präsentiert das Festival in allen drei Hallen primär Erst- und Uraufführungen der Hamburger Szene und internationaler Gäste. Auch 2020 setzen wir die Zusammenarbeit mit der KurzFilmAgentur Hamburg fort und zeigen neueste Experimentalfilme als Teil des Programms.

Kompositionen, Filme, Improvisationen, audiovisuelle Stücke und Performances von und mit:
Ernst Bechert, Moxi Beidenegl, Josephin Böttger, Gregory Büttner, Emol, Robert Engelbrecht, Jan Feddersen, Gitarren-Ensemble des Royal Conservatoire Antwerp, Philipp Krebs, Michael Maierhof, Felix Mayer, Heiner Metzger, Thomas Moore, Nelly Boyd, Johann Popp,
Ignaz Schick, Hans Schüttler, Jonathan Shapiro, Malena Szlam, Simon Whetham, André Wittmann … tbc

Als besonderen Programmpunkt präsentieren wir die Deutsche Erstaufführung von Zonen 6 des Hamburger Komponisten Michael Maierhof.
17 akustische Gitarren spielen unverstärkt und produzieren höllisch laute Musik…Schwammtücher, Plastikbecher und eine zusätzliche Nylonsaite an der Gitarre als 7. Seite verknotet machen es möglich. Die Musiker*innen sind um das Publikum verteilt und erzeugen einen Klangsog zwischen feinsten pfeifenden Höhen und tiefen fetten Noise-Wolken, dem man sich kaum entziehen kann. Ausführende sind das Gitarren-Ensemble des Royal Conservatoire Antwerp unter Leitung von Thomas Moore.

Außerdem wird die Hamburger Slowcore-Band Halma (bestehend aus Thorsten Carstens, Andreas Voß, Fiona McKenzie und Gundi Voigt)
ein Set spielen, das sie extra für diesen Anlass konzipieren wird. 1999 in klassischer Rockbesetzung gegründet, hat sich Halma schnell von herkömmlichen Songstrukturen verabschiedet, um loopartigen, von Electronica inspirierten Wegen zu folgen. Halma überträgt Mechanismen elektronischer Musik in ein analoges Bandgefüge.

Die abschließende Party wird nach 2013, 2014, 2016 und 2019 zum fünften Mal (!) vom Hamburger Trio Sutsche gestaltet, das aus den DJs akaak, Martin Moritz und Gurss Von Dred besteht. Seit 2008 legen sie ihre Techno- und House-Maxis zu langsam auf, in 33 statt 45 rpm, und geben so der Entschleunigung ein neues Gesicht.


klubkatarakt15
Internationales Festival für experimentelle Musik
Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
Tagesticket: 15 | 9 €

Mittwoch, 15. Januar
Eröffnung

20:00 Passage – Konzertinstallation für ein flanierendes Publikum in drei Hallen

Donnerstag, 16. Januar
Ellen Arkbro

18:00 Präsentation Ellen Arkbro
20:00 Porträtkonzert Ellen Arkbro mit Zinc & Copper
21:30 Nachtkonzert Ellen Arkbro Solo

Freitag, 17. Januar
Kalt

20:00 Splitter Orchester & The Pitch: Frozen Orchestra
21:30 Morton Feldman: Piano and String Quartet (1985)
  Feddersen & Lammel, Cheng, Schwengebecher, Heupel

Samstag, 18. Januar
Lange Nacht

20:00 Neue Kompositionen und Experimentalfilme aus dem klubkatarakt-Netzwerk
00:00 Halma
01:00 Sutsche #5